Am morgen wird frisches
Brot durch den Chef persönlich vorbeigebracht. Da alles geschlossen
ist, organisiert er mir auch eine Stange Zigaretten - Service und
Platz 1A. Wieder einmal ist eine
Grundreinigung im Wohnmobil erforderlich. Es werden kiloweise Sand und
Haare
aus dem Mobil befördert, Teppiche geklopft und gesaugt. Strand- und
Dorfspaziergang mit Makita. Das Wetter ist eher durchwachsen. Sonne,
Regen, Sonne, wobei die Sonne überwiegt. Aus der Heimat erreicht mich Kritik. Angeblich schau ich
schon etwas verwahrlost aus. Sogar Wolfgang Ambros soll mir bereits
ein Lied gewidmet haben -->
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Naja, wenn die Nasen- und
Ohrenhaarli mit dem Bart eins werden - ist es wirklich an der Zeit und wenn, dann
auch gleich den ganze Kopf wieder aufhübschen. Wie geht´s weiter mit
der Reise - ich habe KEINE Ahnung :-)
Der
Wecker lässt mich heute etwas länger schlafen. Da es keine Checkout -
Zeit gibt, ist es daher auch egal, wann ich vom Platz komme. Da der
Chef nicht da ist, bezahle ich bei einem Schweizer - Überwinterer, der
sich um alles kümmert, wenn der Boss nicht da ist. Für zwei Nächte
bezahle ich € 42,00 + Brot um € 1,50 und eine Stange Marlboro um €
46,00. Nach Rücksprache mit der Chefin zu Hause, erhalte ich Aufschub
für meine Rückkehr bis Ende Februar. Möglicherweise werde ich nun über
Chalkidiki, Nordmazedonien, Serbien und Ungarn nach Hause fahren.
Heute schaffe ich es nur mehr bis Rio (bei Patras) wo ich im Hafen vor
der Rio - Andirro Brücke übernachte. Morgen möchte ich wieder mit der
Fähre um € 11,00 übersetzen - ABER nur 1 mal !!
Die
Nacht bei der Brücke war mehr oder weniger ruhig, bis.... naja gegen
01:30 Uhr parkte neben mit ein PKW. Auch in Griechenland gibt es einen
Valentinstag, weitere Vermutungen lasse ich im Raum stehen. Als der
Akt gegen 01:45 Uhr erledigt war, grub sich der PKW im weichen Sand
ein. Länger als der Akt dauerte die Befreiung des PKW´s. Zig male
wurde probiert, ohne Erfolg. Gegen 03:00 Uhr kam ein Pickup, der alle
aus dieser misslichen Lage befreite. Die (einmalige) überfahrt mit der
Fähre verlief dieses mal problemlos (€11,00). Das Ziel für heute wäre
das "Orakel von Delphi" gewesen. Entlang der malerischen Nordküste des
Golf von Korinth, fand ich mehrere Traumplätze zum übernachten.
Schlussendlich landete ich heute am "Nudist Beach Vathi" zwischen
Delphi und Patra.
Die
Fahrt Richtung Delphi ging gegen 11:00 Uhr weiter. Weit kam ich
nicht, den ein Fotostopp folgte dem nächsten. Dieser
Küstenabschnitt ist wirklich traumhaft. Eine Bucht schöner als die
andere. So kam es auch, dass ich spontan in Galaxidi halt machte
und gleich meinen Hunger & Durst stillte. Der Tank im Wohnmobil
hatte ebenfalls durst, so bekam er rund 80,0 Liter um €140,--
(€1,76 / Liter). An Itea vorbei schraubte ich mich auf rund 600
Höhenmeter zum Camping Delphi (€20,00 inkl. Strom). In erster
Reihe stehend, habe ich einen tollen Blick auf die Küste, die verschneiten Berge
und die unzähligen Olivenplantagen. Es weht ein kühles Lüfter´l, hat aber rund
16 Grad im Schatten (17:00 Uhr).
Abfahrt
vom Camping Delphi gegen 10:00 Uhr. Vorher noch Wasser füllen und
dabei habe ich noch meinen Baum gefunden, der in das Heck des Wohnmobils liebevoll
eine "mordsdrume Delle einihaut" F.U.C.K. Seit 2006 mit
Wohnmobilen unterwegs aber heute hatte ich endlich das vergnügen.
Bezahlt habe ich für den Campingplatz dann nur € 18,00 anstatt der
vereinbarten € 20,00. € 2,00 gehen daher gleich in die Reparaturkassa.
Delphi
galt den Menschen der Antike als
der Mittelpunkt der Welt. Dem Mythos zufolge ließ Zeus zwei
Adler von je einem Ende der Welt aufsteigen, die sich in Delphi
trafen. (wikipedia). Weiter ging die Fahrt über bzw. durch Arachova,
wo ich leider keinen Parkplatz ergattern konnte. Rund um den Parnass
(ein 2.455m hoher Gebirgsstock) ging es zu meinem heutigen Ziel, den
Thermopylen. Hier fand 480 v.Chr. die Schlacht Leonidas mit seinen
Spartanern gegen die Perser statt.
Mit einem kleinen Heer besetzte König Leonidas 480 v. Chr. den
Thermopylen-Pass. Als die Perser ihn umgingen, gab er den Befehl zum
Rückzug. Mit seinen Spartanern aber harrte er bis in den Tod aus.
Die Sieger schreiben Geschichte, heißt es, aber es gibt auch
Ausnahmen. Die wohl berühmteste ereignete sich im August 480 v. Chr.
Damals kämpften bei den Thermopylen in Mittelgriechenland wenige
Tausend griechische Krieger gegen das Heer des persischen Weltreichs.
Die Griechen hatten keine Chance, Überlebende gab es nicht. Aber
bereits kurze Zeit später wurden sie zu Helden und Vorbildern ganzer
Generationen. Noch in den Kriegen des 20. und des 21. Jahrhunderts
wurden und werden die Verlierer der Schlacht als zeitlose Verkörperung
von Mut, Standhaftigkeit und Opferbereitschaft gefeiert.
Thermopyles
ist aber auch durch seine heiße Quelle bekannt, die mit ca. 38 Grad
aus der Erde sprudeln und stark schwefelhaltig ist. Nichts desto trotz
haue ich mich am Abend in das stark nach faulen Eiern stinkende
Wasser. Geduscht wird anschließend im Wohnmobil.
Tag 60
meiner Auszeit, Zeit Resümee zu ziehen? NEIN denn die Reise geht
weiter. Nur so viel - ich habe bisher NICHTS bereut. Ganz und gar
nicht. Aus der Heimat erreicht mich eine Nachricht, dass jemand gestern
mit 65 an einem Herzinfarkt gestorben ist und wir sollen vielleicht
bis 67 arbeiten gehen.... Ich verspreche nichts, aber getreu dem Motto
meines verstorbenen Vaters:
"Die wahre Lebenskunst
besteht darin,
im Alltäglichen das
Wunderbare zu sehen."
Heute bin ich wieder ein
Stück weiter gezogen, was soll ich sagen, wieder ein Traumplatzerl
direkt am Meer gefunden. Hier werde ich die nächsten Tage verbringen.
Erwähnen möchte ich noch, dass Makita die beste Reisebegleiterin "ever"
ist aber so schön die Reise auch ist, es fehlt jemand....
Das
Wetter ist besser als angekündigt, mittags tröpfelt es ein wenig bei
15 Grad. Kurze Runde durch Kato Gatzea, begleitet von mehreren
Streunern und unzählige Katzen. Am Nachmittag schafft es die Sonne
auch wieder durch. Werde morgen noch hier bleiben, es fehlt mir hier
an nichts. In Kato Gatzea gibt es einen Supermarkt sowie einen Bäcker.
Erste Reihe am Campingplatz, WLAN und Strom. Der kleine aber feine
Kiesstrand ist menschenleer und Makita fühlt sich hier ebenfalls sehr wohl.
Makita hat heute einen
neuen Freund gefunden. Die beiden toben sich so richtig am Strand aus.
Die Verständigung fällt zwar schwer, er halb Grieche / halb Schweizer
aber wie immer im Leben, die Sympathie muss zählen. Meinen Plan habe ich nun
auch wieder geändert - anstatt Nordmazedonien/Serbien/Ungarn fahre ich
morgen nach Kalambaka zu den Meteora Klöstern, die wir bereits 2023
(unter Zeitdruck) besichtigt haben. Dieses mal habe ich ein bisschen
mehr Zeit, da wird sich auch die eine oder andere
Innenbesichtigung eines Klosters ausgehen. Die weitere Reise wird
danach über Albanien, Montenegro, Kroatien und Slowenien führen.
Einen Tag zu früh (besser
als zu spät) möchte ich mich bei meinem Schatz bedanken, morgen am
21.02.2024 sind wir 10 JAHRE zusammen. Ich hätte vor
Jahren nicht gedacht, dass es jemanden gibt, der es so lange mit mir
aushält....
Ich liebe Dich mein
Schatz
und Danke, dass du an mich glaubst und zu mir stehst.
Ich bin
immer noch am Camping Sikia :-) Makita hat mich so lange überredet,
noch ein paar Tage am Meer zu bleiben. Was tut man nicht alles für die
4 Pfoten.... andererseits was sie wieder dafür zurückgibt...Ein kurzer
Einkaufstrip mit dem Wohnmobil zum Lid..., chillen am Strand,
Einstiegsstufe fachmännisch reparieren und einfach faul sein. Plaudern
mit den Nachbarn und grillen beim Sonnenuntergang - that´s it.
Wir
sind immer noch da... Kato Gatzea hat mich und Makita in seinen Bann
gezogen. Ein kleines Dorf mit 360 Einwohnern, einen Supermarkt, eine
Bäckerei und ein paar Tavernen am Meer, die auch im Winter geöffnet
haben. SIGA - SIGA beginnt der Tag am Campingplatz. Gegen 14 Uhr gehe
ich zum Bäcker und treffe meine Nachbarn in einer Taverne aber auch
zwei deutsche Auswanderinnen, die seit 1967 hier sesshaft sind.
Interessante Plaudereien mit den zwei Damen, die sehr interessante
Einblicke in das tägliche Leben hier in Griechenland geben. Am späten
Nachmittag (wieder) eine Grillerei am Strand vor dem Wohnmobil im
Sonnenuntergang am Pagasitischen Golf. Morgen starte ich den nächsten
Versuch, mich aus Kato Gatzea loszureisen.
Nach zwei, drei Wochen hab I's g'spuert
I hab das Lebensg'fuehl dort inhaliert
Die Gedanken drah'n si um
Was z'Haus wichtig war is jetzt ganz dumm
Du sitzt bei an Olivenbaum
Und du spielst di mit an Stein
Es is so anders als daheim..
Nach gut 5 Wochen in Griechenland, verstehe ich nun wirklich den Text von
STS.
Nach 8
Nächten am Campingplatz Sikia in Kato Gatzea hab ich es nun endlich geschafft mich
loszureisen. Unterstützt hat mich dabei aber auch das Wetter, dass nun
in den kommenden Tagen wechselhaft werden soll. Für die Übernachtungen
bezahle ich wie vereinbart € 144,-- (€ 18,00 / Tag). Nach einer
herzlichen Verabschiedung bei meinen Kurzzeitnachbarn und der
Campingchefin, geht es heute (ohne Maut) nach Kalambaka zu den Meteora
Klöstern. Begleitet von 3 "Bauernprotesten" musste ich mehrmals einen
Umweg nehmen, da diverse Strassen blockiert wurden. Die
Panoramastrasse zwischen den Klöstern ist immer wieder beeindruckend.
Übernachtet wird heute beim Kostas - Wirten, der seinen Parkplatz
"kostenlos" für Camper zu Verfügung stellt - als Gegenleistung
natürlich "ham-ham" bei ihm im Restaurant. Wenn es das Wetter morgen
zulässt, möchte ich noch eines des Klöster besuchen und dann geht es
eigentlich schon nach Albanien rein. Schau ma moi.
Nachtrag zu gestern:
Ein Abendessen in familiären Umgebung. Opa, Oma und Sohnemann Kostas
sitzen vorm Fernseher und ich bekommen mein Abendessen. Dafür werden €
22,00 in Rechnung gestellt (Griechischer Salat, Souvlaki, Würstl und
Pommes sowie Brot und ein Bier)
Aus dem
Besuch eines Klosters wird heute leider nichts. Es ist grau in grau
und es regnet in strömen. Bevor ich hier versauere, lege ich eine
Fahretappe ein. In Grevena (GR) wird noch ein Mitbringsel (Mythos -
Bier) besorgt und der Tank gefüllt. Auf einer fein ausgebauten
Autobahn geht es fast alleine zum Grenzübergang GR - AL. Die vor mir
fahrenden PKW´s werden durch die albanischen Zöllner alle gefilzt. Als
ich an der Reihe bin, wird der Pass und die Zulassung kontrolliert.
Danach heißt es STOP und "open". Als ich aussteige, schrie jemand aus
einem Fenster "go - go". Aha na dann fahr ma halt weiter... etwas
unverständlich aber besser so. Weiter geht es über die Bundesstrasse
zum Camping Peshku am Ohridsee, der die Grenze zwischen Albanien und
Nordmazedonien bildet. Für den Platz stehen € 10,-- inkl. Strom an.
Als Begrüßung bekomme ich fast ein Acht´l Schnaps zum verkosten -
hust... Leider gibt es kein WLAN, deswegen wird der Bericht erst
später online gehen. Albanien ist nicht beim EU - Roaming und es
würden € 15,00 / MB (!!) verrechnet werden.
Tag 70
entwickelt sich als extreme Fahretappe. Abfahrt um 07:15 Uhr vom
Platz. Es geht entlang dem Ohridsee und Richtung Tirana. Berg auf -
Berg ab, Kurve links - Kurve rechts bis Kreis Elbasan. Es folgen ca.
30km Autobahn bis in das Herz Albaniens - Tirana. Nächster Stopp
ist Shkodra im Norden Albaniens und danach Richtung Montenegro. Bis
auf die 30km verläuft heute alles auf Landstrassen. Etwas befremdet
ist wieder der Umstand, dass bei den Grenzübertritten (I, GR, AL, MNE,
CRO) niemand das Wohnmobil kontrolliert hat. Heute nur ein kurzer
Plausch mit einem Frontex - Menschen an der Grenze, dem ich nur
erklärt habe, dass ich meine Frau mit dem Flieger nach Hause geschickt
habe...
Anm:
Nachdem ich jetzt in kürzester Zeit die Müll - Hotspot´s Europas
(Süditalien/Griechenland/Albanien) durchquert habe -> ITALIEN
schäm Dich!!! Wir haben im Jänner 2023 Albanien und Griechenland durchfahren, seither
hat sich einiges in beiden Ländern getan.
Die
Fahrt geht der Küste Montenegros entlang bis "Sveti Stefan" wo ich
einen kurzen Fotostopp einlege - der Parkwächter verlangt danach von
mir € 10,-- für ca. 30min halt. Mit einem freundlichen "Bandito"
verabschiede ich mich und fahre nach Kotor, wo ich mit der Fähre über
den längsten Fjord Südeuropas übersetze (€ 10,50). Über Dubrovnik geht
es zur Peljeski Most Brücke wo ich nach gut 9h Fahrzeit heute
übernachten werde.
Die
Nacht am Autobahnparkplatz bei der Peljeski Most verläuft relativ
ruhig. Kaffee im Sonnenschein mit Blick auf die Brücke. Das heutige
Ziel ist der Campingplatz Strobrec bei Split. Da es "nur" ca. 200km
sind, möchte ich über die Küstenstrasse (Makarska und Omis) fahren.
Die Sonne verschwindet leider sehr früh wieder und der Wind nimmt zu.
Es ist bewölkt bei ca. 18 Grad. In Makarska möchte ich zum Lidl,
bekomme aber keinen Parkplatz, denn alle (!!) Parkplätze sind mit
Sonnendächern (2,20m) versehen. Ich fahre weiter Richtung Omis und
bemerke, dass der Wind immer heftiger wird. Da auch die Prognose für
morgen keine Besserung verspricht, fahre ich kurzerhand auf die
Autobahn mit dem Ziel Zagreb. Unterwegs kommt mir der Gedanke, dass
ich morgen mittags zu Patricia in die Firma fahren könnte...."surprise
- surprise". Aus diesem Grund wird der heutige Tagesbericht erst
morgen veröffentlicht. Möge die Überraschung gelingen :-) Offiziell
bin ich noch in Split und werde noch ein paar Tage in Kroatien
bleiben. Damit endet morgen die erste fast 2 1/2 monatige Auszeit. Die
Pläne für die weitere (Aus)Zeit liegen bereits im Handschuhfach -
voraussichtlicher Start Mitte April 2024 - standby.
Der
letzte Tag bricht an. Für den Campingplatz werden nochmals € 23,50
fällig, für die Maut in Slowenien € 20,00. Autobahngebühren in
Kroatien an die € 80,00. Abfahrt um 09:00 Uhr - Tanken und € 1,49 /
Liter in Kroatien. Die Überraschung gelingt perfekt. Patricia ist
"etwas" irritiert, als ich sie anrief und sagte, dass jemand am
Parkplatz wartet :-)
Eine wundervolle Reise
mit sehr vielen Eindrücken endet nun am 29.02.2024