AUSZEIT [71° 10′ 21" N]

Tschechien - Polen - Litauen - Lettland - Estland - Finnland - Norwegen - Dänemark - Deutschland

 

Tag 30 & 31 (21. und 22.05.2024) ca. 270 km

Karasjok (No) - Nordkapp

 

Am dreißigsten Tag unserer Reise brechen wir zum Nordkap auf. Seit unserer Ankunft in Norwegen hat sich die Landschaft dramatisch gewandelt. Berge, Flüsse, Wasserfälle und die ersten Fjorde begleiten uns auf dem Weg zu unserem Reiseziel. Um 17:00 Uhr erreichen wir das Plateau des Nordkaps. Dort treffen wir erneut auf Ernst'l und zufälligerweise wird direkt neben ihm ein Platz frei. Ich öffne mein erstes "Ankerbier" und genieße den Moment. Da ich mich kaum an den letzten Besuch mit meinen Eltern vor 38 Jahren erinnern kann, erscheint mir vieles neu. Es ist ein erhebendes Gefühl, die Strecke von Ternitz zum Nordkap bewältigt zu haben. Seit unserer Abreise haben wir beeindruckende 5.250 Straßenkilometer zurückgelegt, und es war definitiv die Mühe und Strapazen wert. Am 21.05. zeigte das Wetter seine ganze Vielfalt - Sonne, Wind, Schnee, Regen... Bis zuletzt hofften wir auf die Mitternachtssonne am Kap - leider vergeblich, denn um Mitternacht war die Sonne nur schemenhaft zu erkennen. Da Patricia heute erst um 08:00 Uhr aufsteht, entschieden wir uns, noch eine Nacht zu bleiben. Der Himmel ist heute am 31. Tag strahlend blau und wolkenlos. Die Chancen, die Mitternachtssonne zu erleben, stehen sehr gut.

Meine Eltern besuchten das Nordkap dreimal, doch es war ihnen nie vergönnt, die Mitternachtssonne dort zu sehen.

 

Mein Vater hätte morgen (23.05.) seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert, und zu diesem Anlass entzünde ich beim Nordkap-Globus eine Kerze....

 

Tag 32 (23.05.2024) ca. 230 km

Nordkapp - Honningsvag - Hammerfest

Leider blieb uns auch diesmal die Mitternachtssonne am Kap verwehrt. Der Himmel war den ganzen Tag über strahlend blau, und wir genossen die Sonne bis 22:30 Uhr, aber dann zogen Wolken auf, und die Sonne war nicht mehr zu sehen. Die weißen Nächte lassen einen völlig das Zeitgefühl verlieren. Das Kochen und Essen findet nun fast ausschließlich nach 23 Uhr statt ...

Am morgen, die nächste Überraschung. Panisch weckte mich Patricia um 6 Uhr auf, da es nur mehr 11 Grad plus im Wohnmobil hatte, die Gasflasche wurde in der Nacht leer. Es dauerte eine weile, bis wir wieder die 20 Grad im Wohnmobil hatten.

Gegen 14 Uhr fahren wir nach Honningsvag, wo drei große Passagierschiffe im Hafen liegen. Unter anderem die Trollfjord der Hurtigruten. Der kleine Ort lebt natürlich vom Fischfang und sehr wohl auch von den Schiffstouristen, die zu Tausenden den Ort stürmen. Weiter geht die Fahrt zur nördlichsten Stadt der Welt - Hammerfest. Hier leben über 11.000 Menschen verteilt auf 2.700 km2, dies entspricht einer Dichte von 4 Einwohnern je km2. Da für heute Nacht ein Sturm vorhergesagt wurde, fahren wir in den Nachbarort Forsol. Wie es der Zufall haben will, haben meine Eltern hier ebenfalls 2008 übernachtet.

 

Tag 33 (24.05.2024) ca. 20 km

Forsol - Hammerfest - Forsol

Die angekündigte Schlechtwetterfront trifft punktgenau ein. Wir "verstecken" uns hinter einem Felsen in Forsol und können ruhig schlafen. Heute am Freitag wollen wir weiterfahren, jedoch kommen wir nur bis Hammerfest zum Meridian - Monument. Ein Stück Geschichte der Erdvermessung wurde hier geschrieben. Da Sturmböen bis zu 80km/h auf uns treffen, entscheiden wir uns, nochmals auf den Parkplatz zurückzukehren um noch eine Nacht hier zu verbringen.

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Tag 34 und 35 (25. und 26.05.2024) ca. 330 km

Forsol - Alta - Steinsvika

Abfahrt aus Forsol mit einer kleinen Runde durch Hammerfest. In Skaidi wird um umgerechnet EUR 164,-- voll getankt (1,89,-- / Liter). In Alta wollen wir unsere Gasflasche füllen lassen. Der Laden hat leider am Samstag geschlossen und für das selber befüllen benötigen wir einen Bajonett - Verschluss den wir nicht haben. Bei der nächsten Tankstelle holen wir uns eine norwegische Stahlflasche (490 NOK), jedoch fehlt uns hier ebenfalls der passende Adapter. Die Suche ist leider vergebens, erst am Montag können wir (hoffentlich) das passende Teil besorgen. Weiter geht es nach Steinsvika, wo wir gegen 19:00 Uhr eintreffen. Auf diesem Platz haben meine Eltern ebenfalls übernachtet und hier 2008 die Mitternachtssonne erleben dürfen. Ein Wohnmobil aus Schweden steht ebenfalls am Stellplatz. Mit den Worten: "Serwas wir sind aus Würflach und haben euch bereits zwei mal gesehen..." werden wir von Ihnen begrüßt. Die beiden haben sich in Schweden ein Wohnmobil gemietet und haben uns in Rovaniemi und am Nordkap bereits gesehen und wie der Zufall es haben will, stehen wir heute gemeinsam hier. Wir haben uns natürlich eine Menge zu erzählen und tauschen einige Tipps für die weitere Reise aus. Das Panorama am Platz ist atemberaubend und wir sind heute guter Hoffnung auf die Mitternachtssonne, den wir verbringen den zweiten Tag (Nacht) hier bei Traumwetter. Das Wetter wird heute auch von den Wikingern, bei geschätzten 12 Grad Wassertemperatur(!!), zum baden genutzt....

 

Tag 35 (26.05.2024)

Midnight Sun special

Lange haben wir gewartet und gezittert, da immer mehr Wolken am Himmel erschienen, jedoch um Mitternacht lichtete sich das Wolkenband am Horizont und die Sonne kommt um 00:05 hervor. Ein Gefühl der Wärme umgibt uns und es ist wahrlich ein großer Moment, die Mitternachtssonne hier zu sehen. 2008 haben meine Eltern dies genau am selben Platz erleben dürfen. Zufrieden gehen wir gegen 01:00 ins Bett.

 

Tag 36 (27.05.2024) ca. 180km

Steinsvika - Tromsø

Von Steinsvika geht es heute auf die Insel Tromsø, einerseits um die Stadt zu besichtigen, andererseits um den benötigen Gasflaschenadapter zu besorgen. Wir kürzen die Strecke ab und nehmen 2 x die Fähre über die Fjorde. Die im Internet recherchierten Baumärkte in Tromsø  bringen leider keinen Erfolg. Etwas entnervt suchen wir einen Übernachtungsplatz und sehen im Augenwinkel einige Wohnmobile parken. Wir steuern den Parkplatz ebenso an und werden sofort von den Kameras erfasst, welche die Kennzeichen der Autos  scannen, noch bevor du überhaupt entschieden hast, auf diesem Platz zu parken - die Gelduhr läuft bereits - Frechheit!

Wir besichtigen mit Makita die Stadt, was zum Nachteil hat, nirgends einkehren zu können, dabei gibt es recht einladende Pubs und uns wäre jetzt endlich einmal danach in einem Lokal zu chillen. Das Troll Museum, welches wir gerne besichtigt hätten, hat leider geschlossen. Gegen 22:00 Uhr verlassen wir den Gaunerparkplatz und fahren zu einem kostenlosen Parkplatz, welcher auf den park4night Fotos sehr ruhig aussieht. Dort angekommen, stellen wir fest, dass wir direkt vor dem Postverteilerzentrum stehen, naja ... das war dann wohl nicht unsere ruhigste Nacht.

 

Tag 37 (28.05.2024) ca. 80km

Tromsø - Sommarøy

Während Patricia im Wohnmobil ihrer Arbeit nachgeht, fahre ich heute Vormittag zu einer automatischen LPG - Tankstelle, die allerdings nur norwegische Flaschen anbietet. Wir kontaktieren den Betreiber telefonisch, welcher bereits nach 30 Min. vorort ist und uns seine Hilfe anbietet. Er füllt uns die halbleere Gasflasche und tauscht uns die norwegische Stahlflasche wieder gegen eine Kunststoffflasche mit dem richtigen Anschluss. Weiters gibt er uns einige Tipps, wo man Adapter erwerben kann.  Als Dank für seine Hilfe geben wir ihm zwei Jägermeister und zwei Dosen bestes österreichische Bier, die er natürlich freudig annimmt. Wir fahren zu dem Campershop und erhalten nun endlich (nach 4 Tagen verzweifelter Suche!) den Adapter, welcher norwegische Flaschen mit unserem Druckminderer verbindet. Weiter geht es nach Sommarøy, wo wir einen tollen Campingplatz (250NOK) direkt am Meer und mit bester Infrastruktur (Strom, Waschmaschine, Trockner, Duschen etc.) finden. Um Mitternacht erleben wir nun zum zweiten Male die Mitternachtssonne - diesmal in voller Pracht !!!

 

Tag 38 & 39 (29. und 30.05.2024)

Sommarøy

Weil uns die Insel, das Fischerdorf und der Campingplatz so gut gefallen, verbringen wir hier bereits die dritte Nacht. Unser Wäschesack ist schon wieder voll, daher verbringt Patricia viel Zeit in der Waschküche mit Waschmaschine und Trockner sowie im Wohnmobil, um es gründlich zu reinigen. Da diese Aufgaben nicht in meinen Bereich fallen, genieße ich es, zu faulenzen und in der Sonne zu liegen. Außerdem nutze ich den Tag, um mich ein wenig aufzuhübschen – die Haare müssen ab. Wir haben hier schon zum zweiten Mal das Phänomen der perfekten Mitternachtssonne erlebt – einfach einzigartig! Unsere österreichischen Nachbarn haben uns heute mit frisch gefangenem Dorsch versorgt, den wir morgen zubereiten werden. Morgen setzen wir unsere Reise zur Insel Senja fort und danach geht es weiter zu den Lofoten.

 
 
 
 

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