AUSZEIT [71° 10′ 21" N]

Tschechien - Polen - Litauen - Lettland - Estland - Finnland - Norwegen - Dänemark - Deutschland

 

Tag 40 (31.05.2024) ca. 90km

Sommarøy - Insel Senja

Für drei Nächte am Camping Sommarøy bezahlen wir 750 NOK (exkl. Dusche, Waschmaschine & Trockner). Bevor wir zum Fähranleger in Brensholmen fahren, tanke ich sicherheitshalber nochmal voll (1.314 NOK/63,18 l). Wir warten 2 Stunden auf die nächste Fähre, wie es sich herausstellt ein alter Kahn von 1972, die Skutvik. Patricia  versteckt sich mit Makita im Wohnmobil da die Stufen des alten Schiffes sehr hoch und kurz sind und Makita diese immer noch etwas ängstlich bewältigt. Es stellt sich heraus, dass die Idee nicht die Beste war, da Hund&Frauli etwas in Panik gerieten, da das Wohnmobil gleich neben dem Maschinenraum mit den alten, lauten Dieselmotoren stand, das Schiff durch die Wellen schaukelte und gleichzeitig der Alarm eines Autos anging, was Patricia als Schiffsalarm deutete.

 

Auf der Insel Senja in Botnhamn angekommen, fahren wir Richtung Gryllefjord. Die Strecke verläuft entlang einiger Fjorde die mittels einspurigen, finsteren Tunnel miteinander verbunden sind. Wenn man Glück hat kommt keiner entgegen, wenn nicht, kann man nur darauf hoffen in der Nähe einer Ausweichbucht zu sein - Adrenalin pur! Am Straßenrand gabeln wir eine Anhalter auf, der sich als französischer Bergtourist entpuppt und uns einige nützliche Tipps für unsere weitere Reise gibt. Wir landen schlussendlich an der Mündung eines Flusses, nachdem uns bereits 3 Plätze im Nebel nicht zugesagt hatten. Wir bereiten uns den frisch gefangenen Dorsch zu und genießen das zarte, mit Brösel panierte Fischfleisch ;-)

 

Tag 41 (01.06.2024) ca. 190km

Insel Senja - Narvik

Am nächsten Tag beschließen wir die Route zu verändern, da das Gebirge der Insel vollkommen in Nebel versunken ist und die Wetterprognose der Lofoten in der kommenden Woche ebenso nicht rosig aussieht. Wir besichtigen noch schnell die Überreste des 2019 abgebrannten Senjatrollet, wo einst der größte Troll der Welt (18 m) emporragte. Am Weg Richtung Narvik kreuzen Fuchs und Rentiere unseren Weg. Bei Eurospar (JA, auch hier gibt es einen) geben wir unseren mittlerweile riesigen Ballast an Leergut aus 4 Staaten retour.

Die Camping-und Stellplätze auf unserer Strecke sind alle bereits halb voll, so finden wir ca. 10 km vor Narvik dennoch einen Naturstellplatz für uns alleine. Heute gibt´s gebratene Hendlkeulen vom Spar und Makita darf sich über die Überreste freuen.

 

Tag 42 (02.06.2024) ca. 20km

Narvik

Unser Tagesrhythmus hat sich aufgrund des 24stündigen Tageslichts, in den letzten Wochen, zusehends verändert. So kommen wir und Makita heute erst gegen 11 Uhr aus dem Bett. Heute steht ein Besuch in Narvik auf dem Programm. Narvik spielte im WWII eine bedeutende Rolle für Nazi - Deutschland. Im 180km entfernten schwedischen Kiruna wurde und wird nach wie vor Erz abgebaut, welches für die Rüstungsindustrie von großer Bedeutung war. Die Verschiffung des Erzes erfolgt(e) über Narvik, dessen Hafen aufgrund des Golfstroms das ganze Jahr über eisfrei war und nach wie vor ist. Das Kriegsmuseum in Narvik zeigt eindrucksvoll die dunkel Vergangenheit der Stadt.

Wir haben heute einige Plätze aufgesucht, welche ich bereits schon 1986 noch gemeinsam mit meinen Eltern besichtigt habe. Übernachtet wird heute am Parkplatz Narvikfjellet (Skigebiet oberhalb von Narvik) um 250NOK inkl. Strom.

 

Einige Probleme haben sich für uns seit gestern aufgetan. Wir haben leichten Gasgeruch im Gaskasten festgestellt. Alle Verbindungen wurden nachgezogen, doch der Geruch ist nach wie vor wahrnehmbar. Morgen wollen wir zu einer LPG - Füllstation fahren und die Leitungen mittels Leckspray kontrollieren (lassen). Das nächste Problem, welches uns seit einigen Tagen intensiv beschäftigt, ist das Ohr von Makita. Trotz Reinigung und Antibiotika wird ihr Ohr nicht besser - sie leidet seit längerem an einer Futterallergie, die sich auf ihr Ohr auswirkt.

 

Tag 43 & 44 (03. und 04.06.2024) ca. 240km

Narvik - Sortland - Stokmarknes - Grunnfør

Am Abend bekommt Makita noch gründlich die Ohren gereinigt und eine Tube Antibiotika wird ihr noch verpasst. Das Ergebnis am heutigen Tag ist für uns und sie natürlich positiv. Wir hoffen, dass sie nun einige Tage / Wochen keine Probleme mit ihren Ohren hat. Bei Biltema kaufe ich eine Dose Leckortungsspray und neue Wischerblätter. Noch am Parkplatz gehe ich auf die Leckortung, die allerdings kein Ergebnis bringt. Wir vermuten ganz banal, dass die Flasche nicht richtig verschlossen war. Wie fahren bei trüben und regnerischen Wetter nun Richtung Lofoten, denn die Wettervorhersage gibt uns zu verstehen, dass es nun eine Spur besser werden sollte. Über einige Brücken und einer Fähre erreichen wir am späten Abend einen Stellplatz ca. 15km vor Sortland. Für den Platz (inkl. Strom) werden 200NOK oder 20EUR fällig. Der Betrag wird artig in den Postkasten eingeworfen. Das Wetter ist winidg aber es kommt immer mehr die Sonne hervor.

Am 44 Tag unserer Reise fahren wir durch Sortland nach Stokmarknes, wo wir das sehenswerte Hurtigruten - Museum besichtigen. Stokmarknes gilt als Gründungsstätte der Hurtigruten. Hier steht die Finnmarken, über die eine Halle, 2020 erbaut wurde. Das Schiff kann vom Cargo - Raum bis zum Steuerstand besichtigt werden - sehenswert! Weiter geht es nach Melbu, wo wir die Fähre nach Fiskebol nehmen. Merklich ändert sich die Landschaft - wir sind auf den Lofoten angekommen. Übernachtet wird direkt am Strand und heute erleben wir nun zum fünften Male die Mitternachtssonne in voller Pracht und bei bestem Wetter.

 

Tag 45 (05.06.2024) ca. 160km

Grunnfør - Svolvær - Henningsvær - Flakstad (Lofoten Beach Camp)

Bevor wir zu unserer heutigen Besichtigungstour starten, besichtigen wir noch "Rolf´s Bar" am Stellplatz. Unser erstes Ziel heute ist Svolvær, die größte Stadt auf den Lofoten. Etwa 5km südlich, besichtigen wir noch die Lofotkatedralen (Vågan-Kirche) in Kabelvåg. Danach geht es nach Henningsvær (Venedig des Nordens), wo wir im Zentrum einen Parkplatz für unser Mobil ergattern. Die Zufahrt zur Inselstadt führt über einige Brücken und Inseln und ist ein absolutes Highlight. Wir besuchen einige Hotspot von Henningsvær, u.a. den Fußballplatz. Hier fühlt man sich wie in einem Bienenstock, da unzählige Drohnen über den Platz fliegen. Es ist der spektakulärste Fußballplatz der Welt und jeder möchte mit der Drohne ein Foto des Feldes. Bei starken Sturmböen gelingen auch mir einige Aufnahmen. Wir fahren zurück und kühlen unsere Füße noch am Rorvikstranda ab. Auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz fahren wir die E10 entlang zum Vik Beach und zum Uttakleiv Beach, wo wir aufgrund der doch schon fortgeschrittenen Zeit, leider keinen Platz mehr finden können. Zurück zur E10 kommen wir an einem Spar - Markt vorbei, wo ich noch meine Biervorräte aufstocken möchte. Ein Schockmoment: Das Bier wird mir an der Kassa abgenommen!!! - eine Frechheit. Entsetzt möchte ich meinen Ausweis hervorholen und nachweisen, dass ich bereits 16 Jahre alt bin - die Kassiererin teilt mir aber mit, das ab 20:00 Uhr in Norwegen kein Alkohol mehr verkauft werden darf... ein komisches Volk diese Norweger.

 

Über p4n finden wir einen Campingplatz in Flakstad, wo wir hoffen, eine ruhige Nacht zu verbringen. Gegen 23:00 Uhr setzt massiver Sturm ein, der das Wohnmobil an seine Grenzen bringen sollte. Die hintere Abstützung bringt nur wenig erfolg, leichte Besserung stellt sich ein, als ich die Luftfederung zur Gänze ablasse. Zeitweise steht das Wohnmobil nur mehr auf zwei Rädern. Gegen 02:00 Uhr in der früh, beschließen wir und auch einige andere, den exponierten Platz zu verlassen. Wir finden Schutz hinter dem Sanitärgebäude des Campingplatzes, wo uns am heutigen morgen einige Camper beim entleeren ihrer Toilette aus dem Schlaf reisen.

 

Tag 46 & 47 (06. und 07.06.2024) ca. 120km

Flakstad - Å - Unstad

Tag 46 verbringen wir zur Gänze am Campingplatz. Wir wollen das schlechte Wetter heute aussitzen und uns von der vergangenen Nacht erholen. Makita wird immer wieder von Killermöven regelrecht angegriffen, obwohl sie an der Leine ist. Am Abend gibt es Fritattensuppe und Palatschinken aus der Bordküche.

 

Tag 47 beginnt ebenfalls nicht besonders, jedoch verspricht die Wettervorhersage, dass es ab mittags aufreißen soll und dies trifft auch zu. Wir fahren die E10 bis zu ihrem Ende in Å. Die Lofoten zeigen sich einmal mehr von ihrer schönsten Seite. Unzählige Fotostopps unterwegs zeigen von der Pracht dieses Stück der Erde. Wir haben im Internetz viel über die Lofoten gelesen und gesehen, jedoch die Realität ist um ein vielfaches schöner - einfach ein Traum. Zum Abschluss des heutigen Tages fahren wir zum Strand von Unstad, wo wir ca. 200m über und ca. 1km vor dem Meer, auf einem Bergrücken, heute zum sechsten Male die Mitternachtssonne betrachten können. Bilder sagen mehr als Worte.....

 

Tag 48 (08.06.2024) ca. 55km

Unstad - Kleppstad

Nach einer geruhsamen Nacht starten wir erst gegen mittags Richtung Unstad Beach, um den Surfer -Strand zu erkunden. Bei der einspurigen Zufahrt zu einem Parkplatz kommt uns ein Wohnmobil aus Deutschland entgegen. Ich fahre so gut es geht zur Seite - jedoch denke ich mir, puhhh das wird knapp. Das Wohnmobil passiert uns und zack - er steckt er im Graben fest, die Hinterachse liegt auf und die hintere Stoßstange hängt am Stacheldrahtzaun. Alle Versuche den Wagen wieder auf die Strasse zu bringen, scheitern. Ein PKW kommt zur Hilfe und zieht das Womo mit dem Abschleppseil aus dem Graben. Ich helfe ihm noch mit Gewebeband aus und klebe ihm die abgerissene Stoßstange fest. Danach holen wir uns im Surf Center von Unstad den "World´s BEST Cinnamon Bun" um umgerechnet EUR. 8,50 - er schmeckt wirklich sehr gut!

 

Die Fahrt geht weiter zum Lofort Vikingmuseum in Bøstad (Eintritt NOK 250 / Person), wo wir und die "Hells Angels England" das Museum und ein kleines (!!), nachgebautes Wikingerschiff besichtigen. Nach dem Rundgang auf dem großräumigen Gelände suchen wir uns einen Campingplatz (Lofoten Bobil Camping) in der Nähe von Svolvær, da wir morgen eine 3 1/2h Schiffsrundfahrt zum Trollfjord gebucht haben. Das Wetter ist wieder hervorragend und die Chancen auf unsere siebente Mitternachtssonne stehen sehr gut!

 

Tag 49 (09.06.2024) ca. 55km

Kleppstad - Svolvær (Trollfjord) - Skutvik

Relativ zeitig müssen wir heute aus den Federn und den Campingplatz verlassen. Wir haben vor einigen Tagen eine Trollfjord - Rundfahrt ab Svolvær gebucht. Der Preis für die 3 1/2stündige Rundfahrt beträgt NOK 1250,- / Person. So sind wir um 10:00 Uhr am Hafen und besteigen das Hybrid - Ausflugsschiff. Bei feinstem Wetter fahren wir entlang des Raftsunds und können dabei einige Seeadler beobachten. Die Einmündung des Trollfjords  ist nur 100 Meter breit. Im weiteren Verlauf erweitert sich der Fjord bis auf eine maximale Breite von 800 Metern. Die Südseite des Trollfjords wird durch den 1045 bis 1084 Meter hohen Trolltindan begrenzt, an der Nordseite steigen der 998 Meter hohe Blåfjell und der 980 Meter hohe Litlkorsnestinden fast senkrecht aus dem Wasser. Ein tolles Erlebnis, begleitet natürlich mit Sonnenschein und blauem Himmel.

 

Nach der Rückkehr in den Hafen gönnen wir uns noch eine Pizza und fahren zum Fähranleger in Svolvær, wo wir um 17:15 Uhr die kostenlose (!!) Fähre nach Skutvik (Fahrzeit ca. 2h) nehmen. Wir verabschieden uns damit von den Lofoten und kommen wieder ins "Kernland" Norwegens, wo wir nun in weiterer Folge Richtung Trondheim fahren werden. Wir verbrachten nun eine Woche hier und haben uns auf diesem Fleck Erde sehr wohl gefühlt.

 
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