Tag 40 (31.05.2024) ca. 90km
Sommarøy - Insel Senja
Für drei Nächte am
Camping
Sommarøy bezahlen wir 750 NOK (exkl. Dusche, Waschmaschine &
Trockner). Bevor wir zum Fähranleger in Brensholmen fahren, tanke ich
sicherheitshalber nochmal voll (1.314 NOK/63,18 l). Wir warten 2
Stunden auf die nächste Fähre, wie es sich herausstellt ein alter Kahn
von 1972, die Skutvik.
Patricia versteckt
sich mit Makita im Wohnmobil da die Stufen des alten Schiffes sehr
hoch und kurz sind und Makita diese immer noch etwas ängstlich
bewältigt. Es stellt sich heraus, dass die Idee nicht die Beste war,
da Hund&Frauli etwas in Panik gerieten, da das Wohnmobil gleich neben
dem Maschinenraum mit den alten, lauten Dieselmotoren stand, das
Schiff durch die Wellen schaukelte und gleichzeitig der Alarm eines
Autos anging, was Patricia als Schiffsalarm deutete.
Auf der Insel Senja in
Botnhamn angekommen, fahren wir Richtung Gryllefjord. Die Strecke
verläuft entlang einiger Fjorde die mittels einspurigen, finsteren
Tunnel miteinander verbunden sind. Wenn man Glück hat kommt keiner
entgegen, wenn nicht, kann man nur darauf hoffen in der Nähe einer
Ausweichbucht zu sein - Adrenalin pur! Am Straßenrand gabeln wir eine
Anhalter auf, der sich als französischer Bergtourist entpuppt und uns
einige nützliche Tipps für unsere weitere Reise gibt. Wir landen
schlussendlich an der Mündung eines Flusses, nachdem uns bereits 3
Plätze im Nebel nicht zugesagt hatten. Wir bereiten uns den frisch
gefangenen Dorsch zu und genießen das zarte, mit Brösel panierte
Fischfleisch ;-)
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Tag 41 (01.06.2024) ca. 190km
Insel Senja - Narvik
Am nächsten Tag
beschließen wir die Route zu verändern, da das Gebirge der Insel
vollkommen in Nebel versunken ist und die Wetterprognose der Lofoten
in der kommenden Woche ebenso nicht rosig aussieht. Wir besichtigen
noch schnell die Überreste des 2019 abgebrannten
Senjatrollet, wo einst der größte Troll der Welt (18 m)
emporragte. Am Weg Richtung Narvik kreuzen Fuchs und Rentiere unseren
Weg. Bei Eurospar (JA, auch hier gibt es einen) geben wir unseren
mittlerweile riesigen Ballast an Leergut aus 4 Staaten retour.
Die Camping-und
Stellplätze auf unserer Strecke sind alle bereits halb voll, so finden
wir ca. 10 km vor Narvik dennoch einen Naturstellplatz für uns
alleine. Heute gibt´s gebratene Hendlkeulen vom Spar und Makita darf
sich über die Überreste freuen. |
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Tag 42 (02.06.2024) ca. 20km
Narvik
Unser
Tagesrhythmus hat
sich aufgrund des 24stündigen Tageslichts, in den letzten Wochen,
zusehends verändert. So kommen wir und Makita heute erst gegen 11 Uhr
aus dem Bett. Heute steht ein Besuch in
Narvik
auf dem Programm. Narvik spielte im WWII eine bedeutende Rolle für
Nazi - Deutschland. Im 180km entfernten schwedischen
Kiruna
wurde und wird nach wie vor Erz abgebaut, welches für die
Rüstungsindustrie von großer Bedeutung war. Die Verschiffung des Erzes
erfolgt(e) über Narvik, dessen Hafen aufgrund des Golfstroms das ganze
Jahr über eisfrei war und nach wie vor ist. Das Kriegsmuseum in Narvik
zeigt eindrucksvoll die dunkel Vergangenheit der Stadt.
Wir haben heute einige
Plätze aufgesucht, welche ich bereits schon 1986 noch gemeinsam mit
meinen Eltern besichtigt habe. Übernachtet wird heute am Parkplatz
Narvikfjellet (Skigebiet oberhalb von Narvik) um 250NOK inkl.
Strom.
Einige Probleme haben
sich für uns seit gestern aufgetan. Wir haben leichten Gasgeruch im
Gaskasten festgestellt. Alle Verbindungen wurden nachgezogen, doch der
Geruch ist nach wie vor wahrnehmbar. Morgen wollen wir zu einer LPG -
Füllstation fahren und die Leitungen mittels Leckspray kontrollieren
(lassen). Das nächste Problem, welches uns seit einigen Tagen intensiv
beschäftigt, ist das Ohr von Makita. Trotz Reinigung und Antibiotika
wird ihr Ohr nicht besser - sie leidet seit längerem an einer
Futterallergie, die sich auf ihr Ohr auswirkt.
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Tag 43 & 44 (03. und 04.06.2024) ca. 240km
Narvik
- Sortland - Stokmarknes - Grunnfør
Am Abend bekommt Makita
noch gründlich die Ohren gereinigt und eine Tube Antibiotika wird ihr
noch verpasst. Das Ergebnis am heutigen Tag ist für uns und sie
natürlich positiv. Wir hoffen, dass sie nun einige Tage / Wochen keine
Probleme mit ihren Ohren hat. Bei Biltema kaufe ich eine Dose
Leckortungsspray und neue Wischerblätter. Noch am Parkplatz gehe ich
auf die Leckortung, die allerdings kein Ergebnis bringt. Wir vermuten
ganz banal, dass die Flasche nicht richtig verschlossen war. Wie
fahren bei trüben und regnerischen Wetter nun Richtung Lofoten, denn
die Wettervorhersage gibt uns zu verstehen, dass es nun eine Spur
besser werden sollte. Über einige Brücken und einer Fähre erreichen
wir am späten Abend einen Stellplatz ca. 15km vor Sortland. Für den
Platz (inkl. Strom) werden 200NOK oder 20EUR fällig. Der Betrag wird
artig in den Postkasten eingeworfen. Das Wetter ist winidg aber es
kommt immer mehr die Sonne hervor.
Am 44 Tag unserer Reise
fahren wir durch Sortland nach Stokmarknes, wo wir das sehenswerte
Hurtigruten - Museum besichtigen. Stokmarknes gilt als
Gründungsstätte der Hurtigruten. Hier steht die
Finnmarken, über die eine Halle, 2020 erbaut wurde. Das Schiff
kann vom Cargo - Raum bis zum Steuerstand besichtigt werden -
sehenswert! Weiter geht es nach Melbu, wo wir die Fähre nach Fiskebol
nehmen. Merklich ändert sich die Landschaft - wir sind auf den Lofoten
angekommen. Übernachtet wird direkt am Strand und heute erleben wir
nun zum fünften Male die Mitternachtssonne in voller Pracht und bei
bestem Wetter.
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Tag 45 (05.06.2024) ca. 160km
Grunnfør
-
Svolvær - Henningsvær - Flakstad (Lofoten Beach Camp)
Bevor wir zu unserer
heutigen Besichtigungstour starten, besichtigen wir noch "Rolf´s Bar"
am Stellplatz. Unser erstes Ziel heute ist Svolvær, die
größte Stadt auf den Lofoten. Etwa 5km südlich, besichtigen wir noch
die
Lofotkatedralen (Vågan-Kirche)
in Kabelvåg. Danach geht es nach
Henningsvær (Venedig des
Nordens), wo wir im Zentrum einen Parkplatz für unser Mobil ergattern.
Die Zufahrt zur Inselstadt führt über einige Brücken und Inseln und
ist ein absolutes Highlight. Wir besuchen einige Hotspot von
Henningsvær, u.a. den Fußballplatz. Hier fühlt man sich wie in einem
Bienenstock, da unzählige Drohnen über den Platz fliegen. Es ist der spektakulärste Fußballplatz der Welt und jeder möchte mit der
Drohne ein Foto des Feldes. Bei starken Sturmböen gelingen auch mir
einige Aufnahmen. Wir fahren zurück und kühlen unsere Füße noch am
Rorvikstranda ab. Auf der Suche nach einem geeigneten
Übernachtungsplatz fahren wir die E10 entlang zum
Vik Beach und zum
Uttakleiv Beach, wo wir aufgrund der doch schon fortgeschrittenen
Zeit, leider keinen Platz mehr finden können. Zurück zur E10 kommen
wir an einem Spar - Markt vorbei, wo ich noch meine Biervorräte
aufstocken möchte. Ein Schockmoment: Das Bier wird mir an der Kassa
abgenommen!!! - eine Frechheit. Entsetzt möchte ich meinen
Ausweis hervorholen und nachweisen, dass ich bereits 16 Jahre alt bin
- die Kassiererin teilt mir aber mit, das ab 20:00 Uhr in Norwegen
kein Alkohol mehr verkauft werden darf... ein komisches Volk diese
Norweger.
Über p4n finden wir einen
Campingplatz in Flakstad, wo wir hoffen, eine ruhige Nacht zu
verbringen. Gegen 23:00 Uhr setzt massiver Sturm ein, der das
Wohnmobil an seine Grenzen bringen sollte. Die hintere Abstützung
bringt nur wenig erfolg, leichte Besserung stellt sich ein, als ich
die Luftfederung zur Gänze ablasse. Zeitweise steht das Wohnmobil nur
mehr auf zwei Rädern. Gegen 02:00 Uhr in der früh, beschließen wir und
auch einige andere, den exponierten Platz zu verlassen. Wir finden
Schutz hinter dem Sanitärgebäude des Campingplatzes, wo uns am
heutigen morgen einige Camper beim entleeren ihrer Toilette aus dem
Schlaf reisen.
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Tag 46 & 47 (06. und 07.06.2024) ca. 120km
Flakstad -
Å - Unstad
Tag 46 verbringen wir zur
Gänze am Campingplatz. Wir wollen das schlechte Wetter heute aussitzen
und uns von der vergangenen Nacht erholen. Makita wird immer wieder
von Killermöven regelrecht angegriffen, obwohl sie an der Leine ist.
Am Abend gibt es Fritattensuppe und Palatschinken aus der Bordküche.
Tag 47 beginnt ebenfalls
nicht besonders, jedoch verspricht die Wettervorhersage, dass es ab
mittags aufreißen soll und dies trifft auch zu. Wir fahren die E10 bis
zu ihrem Ende in
Å. Die Lofoten zeigen sich einmal mehr
von ihrer schönsten Seite. Unzählige Fotostopps unterwegs zeigen von
der Pracht dieses Stück der Erde. Wir haben im Internetz viel über die
Lofoten gelesen und gesehen, jedoch die Realität ist um ein vielfaches
schöner - einfach ein Traum. Zum Abschluss des heutigen Tages fahren
wir zum Strand von Unstad, wo wir ca. 200m über und ca. 1km vor dem
Meer, auf einem Bergrücken, heute zum sechsten Male die
Mitternachtssonne betrachten können. Bilder sagen mehr als Worte.....
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Tag 48 (08.06.2024) ca. 55km
Unstad
- Kleppstad
Nach einer geruhsamen
Nacht starten wir erst gegen mittags Richtung Unstad Beach, um den
Surfer -Strand zu erkunden. Bei der einspurigen Zufahrt zu einem
Parkplatz kommt uns ein Wohnmobil aus Deutschland entgegen. Ich fahre
so gut es geht zur Seite - jedoch denke ich mir, puhhh das wird knapp.
Das Wohnmobil passiert uns und zack - er steckt er im Graben fest, die
Hinterachse liegt auf und die hintere Stoßstange hängt am
Stacheldrahtzaun. Alle Versuche den Wagen wieder auf die Strasse zu
bringen, scheitern. Ein PKW kommt zur Hilfe und zieht das Womo mit dem
Abschleppseil aus dem Graben. Ich helfe ihm noch mit Gewebeband aus
und klebe ihm die abgerissene Stoßstange fest. Danach holen wir uns im Surf
Center von Unstad den "World´s
BEST Cinnamon Bun" um umgerechnet EUR. 8,50 - er schmeckt
wirklich sehr gut!
Die Fahrt geht weiter zum
Lofort Vikingmuseum in Bøstad (Eintritt NOK 250 / Person), wo wir
und die "Hells Angels England" das Museum und ein kleines
(!!), nachgebautes Wikingerschiff besichtigen. Nach dem Rundgang auf
dem großräumigen Gelände suchen wir uns einen Campingplatz (Lofoten
Bobil Camping) in der Nähe von Svolvær, da wir morgen eine 3 1/2h
Schiffsrundfahrt zum Trollfjord gebucht haben. Das Wetter ist wieder
hervorragend und die Chancen auf unsere siebente Mitternachtssonne
stehen sehr gut!
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Tag 49 (09.06.2024) ca. 55km
Kleppstad -
Svolvær (Trollfjord)
- Skutvik
Relativ zeitig müssen wir
heute aus den Federn und den Campingplatz verlassen. Wir haben vor
einigen Tagen eine
Trollfjord - Rundfahrt ab Svolvær gebucht. Der Preis für die 3
1/2stündige Rundfahrt beträgt NOK 1250,- / Person. So sind wir um
10:00 Uhr am Hafen und besteigen das Hybrid - Ausflugsschiff. Bei
feinstem Wetter fahren wir entlang des Raftsunds und können dabei
einige Seeadler beobachten.
Die Einmündung des Trollfjords ist nur 100 Meter breit. Im
weiteren Verlauf erweitert sich der Fjord bis
auf eine maximale Breite von 800 Metern. Die Südseite des Trollfjords
wird durch den 1045 bis 1084 Meter hohen Trolltindan begrenzt,
an der Nordseite steigen der 998 Meter hohe Blåfjell und der 980 Meter
hohe Litlkorsnestinden fast senkrecht aus dem Wasser. Ein tolles
Erlebnis, begleitet natürlich mit Sonnenschein und blauem Himmel.
Nach der Rückkehr in den Hafen gönnen wir uns noch eine Pizza und
fahren zum Fähranleger in
Svolvær, wo wir um 17:15
Uhr die kostenlose (!!) Fähre nach Skutvik (Fahrzeit ca. 2h) nehmen.
Wir verabschieden uns damit von den Lofoten und kommen wieder ins
"Kernland" Norwegens, wo wir nun in weiterer Folge Richtung Trondheim
fahren werden. Wir verbrachten nun eine Woche hier und haben uns auf
diesem Fleck Erde sehr wohl gefühlt.
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