AUSZEIT [71° 10′ 21" N]

Tschechien - Polen - Litauen - Lettland - Estland - Finnland - Norwegen - Schweden - Dänemark - Deutschland

 
 

Stathelle - Råde - Strömstad - Uddevalla - Stora Höga - Halmstad

ca. 530 km

Von Stathelle ging es weiter zum Oslofjord. Am Weg nach Horten knacken wir die 10.000 km Marke unserer Reise. Angekommen fahren wir zum Fähranleger nach Moss. Für die 20minütige Überfahrt wären NOK 634,- fällig, jedoch mit der autopassferje.no, die wir bereits in ganz Norwegen nutzten, sollten wir nur 50% bezahlen. Falsch gedacht, denn unser Kennzeichen wird hier von den automatischen Kameras nicht erkannt. Wir schieben mit der Warnblickanlage retour zu einem besetzten Schalter. Die Dame meinte, dass unser Kennzeichen in ihrem System nicht aufscheint. Wir erklären ihr, dass wir seit zwei Monaten in Norwegen keine Probleme hatten, jedoch besteht sie auf die NOK 634,- (rd. EURO 56,-) für die Überfahrt. Etwas angefressen gebe ich ihr meine Karte, damit der Betrag abgebucht werden kann. Mehrmals reicht sie mir ihr Kartenlesegerät ins Auto, jedoch wird meine Karte nicht erkannt - Karma, hihi :-) Es wird der Dame allmählich zu blöd, sie steht auf, macht uns mit einem Augenzwinkern den Schranken auf und wünscht uns eine gute Überfahrt. Zu fortgeschrittener Zeit und bei miserablem Wetter übernachten wir heute auf dem leeren Kirchenparkplatz von Råde.

Am Vormittag des nächsten Tages füllt sich innerhalb weniger Minuten der Kirchenparkplatz - eine Hochzeit steht am Programm. Da ich mich mit Jogginghose und Kaffeebecher etwas deplaziert fühle, fahren wir vom Parkplatz ab Richtung Süden. Die heutige Fahrt auf der E6 ist nicht lustig. Durch seitliche Sturmböen mit bis zu 80km/h benötigen wir teilweise zwei Fahrspuren auf der Autobahn. Aus, Ende ich mag nicht mehr. Wir fahren nach wenigen Kilometern wieder von der E6 ab nach Strömstad, wo wir am örtlichen Wohnmobil - Parkplatz (ohne V+E) um umgerechnet EURO 18,- den restlichen Tag und die Nacht verbringen.

Am nächsten Tag besichtigen wir Strömstad und ein Zuckerlgeschäft - was für eine Freude für eine(n) von uns.... Etwa 85 % der Besucher Strömstad sind Norweger, die den kurzen See- bzw. Landweg nutzen, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak billiger einzukaufen. Auch die Schiffsliegeplätze im (Jacht-) Hafen dürften deutlich günstiger als in Norwegen sein.

 

Aufgrund der seit Tagen fehlenden Sonne, sind unsere Batterien am Limit und fast leer. Wir suchen daher heute einen Stellplatz , wo wir Strom zur Verfügung haben. Fündig werden wir in Uddevalla am neu errichteten Stellplatz (EURO 30,-) nahe dem Badestrand mit angrenzendem Hundebadestrand - da freut sich unser Mädel!

Die Parkzeit wird in Uddevalla von 12:00 Uhr bis 12:00 Uhr bezahlt, deswegen müssen wir den Platz mittags räumen. Da Patricia heute länger arbeiten muss, stellen wir uns auf einen kostenfreien Parkplatz in der Nähe und ziehen die Energie für Laptop, Monitor und Starlink wieder von den aufgeladenen Akkus.

 Nachmittags steuern wir einen kostenlosen Parkplatz am Meer an, wo wir einen der letzten Plätze ergattern. Patricia kann hier ihrer Arbeit wieder nachgehen und am Abend schauen wir uns noch das EM Halbfinale im TV an. Mit Starkregen starten wir in den nächsten Tag. Da wir wieder keine Sonnenstrahlen zu Gesicht bzw. zu den Zellen bekommen, sind die Batterien schnell am Ende bzw. leer. Unser Ziel ist heute Halmstad (Laxvik Camping) am 30km langen Mellbystrand.

 

Halmstad - Mellbystrand - Vistorps Hamn - Landskrona

ca. 125 km

Am Laxvik Campingplatz verbringen wir nur eine Nacht, da uns zum wiederholten Male der Meerblick fehlt. Da es im Zeitraum 01.05. - 15.09. ein Hundeverbot am Mellbystrand gilt, machen wir nur einen kurzer Strandspaziergang mit der Madame - ziemlich die einzige Unternehmung die wir hier machen. Am nächsten Tag geht es zu einem Großeinkauf im Mellbystrand Shoppingzentrum (u.a. neue Teller für´s Wohnmobil MÜSSEN es sein). Danach wollen wir wie 2022 mit dem Mobil direkt auf den Strand - daraus wird nichts. Wir wissen leider nicht, ob dies generell nun verboten wurde oder nur in der Nebensaison erlaubt ist.

 

Da das Wetter auch wieder nicht sonderlich zum Baden einlädt, fahren wir zu einem Parkplatz in Vistorp, wo wir einen herrlichen Stellplatz (ohne V+E) direkt an einem (Hunde) - Strand finden. Bei unsere Ankunft stehen nur 3 Mobile am Platz - dies ändert sich bis zum Abend radikal. An die 15 Mobile werden am Abend gezählt. Um 18:00 Uhr kommt eine nette Dame und kassiert von jeden EUR 15,- oder 150 Schweden Kronen ab. Da uns der Platz sehr gut gefällt, wollen wir noch einen zweite Nacht hier verbringen. Am nächsten Tag füllt sich der Parkplatz zusätzlich mit Locals, die das ausnahmsweise schöne Wetter ebenfalls für ein Bad in der Ostsee nutzen.

 

Zwischenzeitlich wird die Fähre von Gedser nach Rostock (Scandlines) um EUR 112,- gebucht und die Überfahrt über die Øresundsbron quasi gebucht. Die reguläre Fahrt über die Brücke würde für uns EURO 135,- kosten. Wir nehmen uns ein Jahresabo (ØresundGO) um EURO 48,- und bezahlen deshalb für unser 7,05m Mobil "nur" mehr EURO 47,- (Ersparnis immerhin EURO 40,-)

 

Am Abend gesellen sich zwei Busse (einer aus NK und der andere aus MD) zu uns. Es wird ein wenig abgetratscht denn beide haben ebenfalls das Kap besucht. Das Wetter am nächsten Tag ist wieder beschienen... Wir als auch alle anderen verlassen den Platz - unser Weg führt uns in den Hafen von Landskrona (Stellplatz Lundåkra). Auf diesem Platz haben wir bereits 2022 übernachtet. Der Regen wird intensiver und es regnet bis in die Abendstunden ohne Unterbrechungen.

 
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Landskrona - Idestrup (Ulslev Camping) - Rostock - Lenz (SP. "Zum Hafen")

ca. 400km

Der Morgen begrüßt uns mit einem freundlicheren Himmel, und wir setzen unsere Reise Richtung Dänemark fort. Über die imposante Øresundsbron gelangen wir nach Dänemark, wo wir einen riesigen Troll entdecken, der an einer Brücke hängt. Da das Meer hier nicht besonders einladend wirkt, fahren wir weiter nach Nykøbing Falster, um unsere Wäsche zu waschen. In der Selbstbedienungswäscherei stellen wir fest, dass die Bezahlung nur mit dänischen Kronen oder mit einer App möglich ist. Ohne unsere Wäsche gewaschen zu haben, packen wir wieder ein und fahren zum Ulslev Campingplatz, wo heute zufällig ein Spanferkel gegrillt wird. Wir lassen uns das Festmahl nicht entgehen und genießen das "All-you-can-eat"-Buffet in vollen Zügen. Ich beginne den Tag mit einer ausgedehnten Runde am Strand zusammen mit Makita. Wir legen einige Kilometer am leeren Sandstrand zurück, bevor es wieder zum Platz geht. Nachdem wir mit der Rezeption einen "Late Checkout" vereinbart haben, verlassen wir den Campingplatz erst gegen 18:30 Uhr in Richtung Gedser. Dort legt unsere Fähre der Scandlines mit 20 Minuten Verspätung um 20:30 Uhr nach Rostock ab. Wir erreichen Rostock um 22:30 Uhr und parken im Stadtzentrum.

 

Am nächsten Vormittag erkunden wir ausgiebig Rostock und besuchen anschließend eine "Open-Air"-Wäscherei am Parkplatz eines Einkaufszentrums. Nach einem kurzen, aber heftigen Gewitter verlassen wir Rostock und fahren zum Lenz´er Hafen auf den Stellplatz "Zum Hafen", der 23,50 Euro pro Nacht kostet.

 
 
 

Lenz (SP. "Zum Hafen") - Autohaus A13 GmbH. - Velké Březno

ca. 430km

Am folgenden Tag zögern wir lange, ob wir nicht noch eine weitere Nacht "Am Hafen" bleiben sollen, besonders da einige Plätze direkt am Wasser frei werden. Wegen des unsicheren Wetters (Gewitter am Abend und in der Nacht) entscheiden wir uns jedoch, den Platz zu verlassen. Unser Ziel für heute ist unbestimmt; wir fahren so lange, bis es uns gefällt oder wir einen passenden Stellplatz finden.

 

Kurz nach Berlin hören wir einen lauten Knall aus dem Motorraum und spüren deutlich, dass "etwas" gegen den Unterboden des Wohnmobils geschlagen hat. Da ich mir sicher bin, nichts überfahren zu haben, halten wir auf dem nächsten Parkplatz an. Beim Ausrollen höre ich schon ein ohrenbetäubendes Quietschen aus dem Motorraum. Der erste Verdacht bestätigt sich bald: Etwas stimmt nicht mit dem Keilriemen oder der Lichtmaschine. Nach einer kurzen Inspektion beschließen wir, so schnell wie möglich die Autobahn zu verlassen und eine Werkstatt zu suchen. Die erste Werkstatt kann uns leider nicht helfen (keine Grube oder Hebebühne für Wohnmobile), aber die Burschen der BMW Werkstätte verweisen uns an das Autohaus A13. Dort angekommen, wird unser Wohnmobil nach Klärung der Formalitäten sofort in die Notaufnahme gebracht (es ist bereits 16:00 Uhr!). Es stellt sich heraus, dass der Keilrippenriemenantrieb der Lichtmaschine kaputtgegangen ist. Nach Besprechung der weiteren Schritte dürfen wir wieder einmal auf dem Parkplatz der Werkstatt, inkl. Stromanschluss, übernachten. Am Abend gehen wir zum Italiener, wo wir sehr gut essen - es hilft ja nichts. Zusätzlich nehmen wir einen Gutschein in Höhe von EURO 50,- für die Mechaniker, die sich bis jetzt super um uns und um unser Wohnmobil gekümmert haben. Nach einer ruhigen Nacht auf dem Werkstattgelände kommt unser Wohnmobil um 08:20 Uhr in den OP. Gegen 11:20 Uhr dürfen wir unseren "Burschen" im Aufwachraum besuchen. Nach einem Tratsch mit dem Chef, der Bezahlung der Rechnung und der Übergabe des Gutscheins verabschieden wir uns vom wohl teuersten Stellplatz, den wir je hatten.

 

Ohne Probleme fahren wir an Dresden vorbei und fahren danach über die Grenze nach Tschechien. Kurz danach gehts auf den Marina Kemp Valtirov

 direkt an der Elbe. Ein Platz inkl. Strom um EURO 28,- mit direktem Zugang zur Elbe - ein vergnügen natürlich für Makita. Hier verbringen wir nun zwei Nächte, ehe es Richtung Österreich weitergeht (noch ca. 470km to go)

 
 
 

Velké Březno - Bruck / Leitha - Ternitz

ca. 540km

Die letzte Etappe unserer Reise führt uns durch Tschechien zur Excalibur City. Nach einem gutbürgerlichem Essen geht es zur Grenze in Haugsdorf, wo wir überraschend die Reisepässe kontrolliert werden. Wir haben in den letzten Monaten 15 Mal (!!) eine Ländergrenze passiert und wurden dabei kein einziges Mal kontrolliert - es gab auch keine Kontrollstellen. Die Polizei wollte übrigens nur wissen, ob wir Reisepässe mit dabei haben.... Nach einem kurzen Besuch bei Freunden in in Bruck / Leitha überschreiten wir in Trumau die 12.000km. Eine schöne Reise mit sehr vielen Eindrücken liegt hinter uns. Wir werden wohl einen gewissen Zeitraum benötigen, all unsere Erlebnisse und Erfahrungen zu verarbeiten.

 
 
 

Liebe Follower & Mitreisende
Unsere Nordkap - Reise 2024 neigt sich langsam dem Ende entgegen. Wenn wir zum Ausgangspunkt unserer Reise zurück denken, liegen nun bald 3 Monate und 12.000 km hinter uns. Am 22.April starteten wir über Tschechien, Polen, dem Baltikum über Finnland nach Norwegen, wo wir am 21.Mai 2024 den nördlichsten Punkt Europas erreichten. Ein unvergessliches Erlebnis, das Nordkap mit eigener (Motor) - Kraft erreicht zu haben. Ohne großartige Vorplanung haben wir diese Reise begonnen, da wir uns großteils an den Reisenberichten und Tourenbeschreibungen meiner Eltern orientierten. Wir standen oftmals auf Plätzen, die meine Eltern 2008 bereits besucht hatten. Ebenso wurden einige Orte aufgesucht, die ich gemeinsam mit ihnen 1986 bereits besucht haben. Die Routenvorgabe war oftmals in "memoriam an haka" (meinem Vater Hans Karner) und wie es der Zufall so haben wollte, waren wir am 23. Mai am Nordkap - an diesem Tag hätte mein Vater seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert. An einem Ort und in einem Land, welches ihn immer fasziniert hatte. Bis zu letzt hat er immer davon geträumt, nochmals nach Skandinavien zu reisen.

Der Rückweg vom Kap verlief großteils in Küstennähe wo wir sehr viele Highlights, oft bei schönstem Wetter aber auch bei Regenwetter & Schneesturm erleben durften. Wir sind froh und dankbar dafür, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, diese Reise machen zu können und wollen keine Minute davon missen. Wir sind schon selbst sehr gespannt darauf, wie unsere Auszeit im September weitergehen wird, nachdem ich zwischendurch auch nochmals mit meinen Rallyefreunden zur WRC nach Finnland fliegen und ein paar Tage am Schneeberg verbringen werde. Unsere Videomitschnitte und Highlights der Reise werden wir in den nächsten Tagen und Wochen online stellen.

 

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